Kindergeschichte

Mal ein ganz anderer Blogbeitrag von uns. Es gibt da so ein Kinderbuch zum Thema „Nein-sagen“. Wir hassen es. Wir kriegen Plaque beim nur dran denken, weil es in unseren Augen etwas völlig falsches vermittelt. Nämlich, dass nur ein laut ausgesprochenes Nein zu berücksichtigen ist….Wir wollten die Meinung von Frau Sonnenblume dazu haben, weil wir gerne wissen wollten, ob wir so verdreht denken mal wieder oder ob sie das vielleicht genau so sieht.

Denn dieses Buch wird ganz oft empfohlen, liegt auf diversen Fortbildungen aus etc pp…. Frau Sonnenblume bestätigte aber, dass sie es auch in Ansätzen schwierig findet und unsere Meinung dazu versteht….und witzelte dann so rum „Naja, vielleicht schreibt ihr ja irgendwann mal ein Kinderbuch zu dem Thema….“ Was wir abtaten…

…und doch geisterte das im Kopf rum und irgendwie waren wir angefixt. Also haben wir mal eine Geschichte „runter geschrieben“. Und irgendwie haben wir jetzt auch Lust dazu noch Bilder zu malen etc….was aber bestimmt ein wenig länger dauern wird.

Und wir dachten, dass wir die Geschichte vielleicht mit euch teilen könnten. Vielleicht gefällt sie euch ein bisschen und/oder ihr könnt uns ein wenig konstruktive Kritik geben, über die wir uns freuen würden….

Spatz Spencer sitzt am See und putzt sein Gefieder. Ferdie Fuchs kommt hinzu: „Spencer, lass mich dein Gefieder Trockenschlecken.“

Und ohne eine Antwort abzuwarten, beginnt Ferdie mit seiner rauen Zunge über Spencers Kopf zu lecken. Spencer, ein sehr schüchterner kleiner Vogel, flüstert: „hör auf, ich mag das nicht.“

Doch Ferdie leckt einfach weiter.

Plötzlich quakt es laut aus dem See: „Ferdie! Bist du eigentlich taub? Spencer möchte das nicht. Hör auf!“

Das war Kara, die Kröte.

Ferdie hört sofort erstaunt auf zu lecken: „woher weißt du das?“

„Spencer hat es doch ganz deutlich gesagt. Vielleicht ein bisschen leise, aber das macht doch nichts. Das zählt ganz genauso.“

Ferdie stimmt ihr zu und entschuldigt sich beim kleinen Spencer.

Ferdie trottet nachdenklich und etwas betrübt davon.

Am Feldrand sieht Ferdie wie Katze Kim mit einer kleinen Maus spielt.

Die Maus Maja piept ängstlich: „Lass das. Ich mag das nicht. Ich habe Angst.“

Aber Kim spielt einfach weiter.

Ferdie ist entsetzt und ruft laut: „Kim, warum hörst du nicht zu? Die Maus mag das nicht. Lass das!“

Kim schaut ihn erschrocken an: „woher weißt du das?“

„Ich habe heute gelernt gut zuzuhören und auch wenn jemand etwas ganz, ganz leise sagt zählt das ganz genauso viel.“

Die Maus bedankt sich bei Ferdie für die Hilfe. Kim entschuldigt sich bei Maja und zieht nachdenklich weiter. 

Am Wald entdeckt sie Sina, die Spinne, wie sie einen kleinen Käfer in ihr Netz einwickelt. Kim beobachtet beim näher kommen das Geschehen, als sie das leise Flüstern von Kasimir, dem Käfer hört: „Kannst du bitte aufhören? Ich mag das nicht so.“

Sina hört aber nicht auf. Ja hört sie denn nichts? „Sina, Stopp! Hör doch auf! Du machst dem Käfer Angst!“ ruft Kim und eilt näher.

„Woher weißt du das?“

„Kasimir hat es zwar nur ganz leise geflüstert, aber ich habe heute gelernt besser zu zuhören und dass man auch auf ein ganz leises Nein hören muss!“

Sina lässt den Käfer frei „Es tut mir so leid, dass ich das nicht gehört habe. Ich werde in Zukunft viel besser hinhören und ganz genau aufpassen, ob jemand etwas mag oder nicht!“. Kasimir bedankt sich bei Kim und krabbelt davon. Sina zieht sich nachdenklich an ihrem Faden in den Baum nach oben.

Einige Tage später treffen sich Spencer, Maja und Kasimir zum Kekskrümel naschen im Stadtpark an einer Bank. Kasimir erzählt: „Wisst ihr, was mir gestern passiert ist? Die Spinne Sina hat mich einfach in ihrem Netz eingewickelt und fand das ganz lustig, ich aber nicht. Das hab ich auch gesagt. Aber ihr wisst ja, ich bin manchmal ein bisschen ängstlich und dann habe ich mich nur ganz leise getraut. Und als ich schon dachte, naja da muss ich jetzt durch, kam Kim vorbei und hat mich gerettet. Sie hat gaaaanz laut gerufen, dass Sina aufhören soll und mir geholfen. Und das hat Sina auch gemacht und sich dann entschuldigt!“

„Wie jetzt? Kim? Aber die hat doch gestern noch ganz wild mit mir gespielt, obwohl ich das doch gar nicht wollte und auch gesagt habe. Aber bei mir war es fast ein bisschen, wie bei dir. Da kam nämlich Ferdie vorbei und hat mir geholfen.“

„Hä? Meinst du Ferdie, den Fuchs? Ehrlich? Aber der hat doch gestern gemeint, dass er mein Gefieder trocken schlecken muss, obwohl ich doch gesagt hab, dass ich das nicht mag. Er hat dann nur aufgehört weil Kara ihn ganz laut angequakt hat.“

Die drei sind sich einig, dass sie Kara, Ferdie und Kim einladen möchten zum Kekskrümel essen und ihnen Danke zu sagen. Kasimir möchte aber auch Sina einladen „Die hat sich ja dann entschuldigt“ begründet er seine Idee.

Als dann alle Tiere zusammen sitzen bei Kekskrümeln unter der Parkbank beschließen sie, dass sie alle dank Karas Mut zu Helfen ganz viel gelernt haben und dass jeder jetzt in die große weite Welt die Idee tragen möchte, dass man ganz genau hinhören und hinschauen sollte, wie es jemandem geht. Ganz wichtig finden sie aber auch anderen zu helfen, wenn sie Hilfe brauchen!

Veröffentlicht von Nubis

Viele, Kaffeejunkie, trotzdem dauermüde, tier- und naturliebend, Teilzeit-Misanthrop, osmophob, spießiger Gothic-Punk-Hippie :D (jaja, passt voll zusammen), selektiv mutistisch oder sehr kommunikativ

26 Kommentare zu „Kindergeschichte

      1. eltern sollten schon da anfangen das zu aktzeptieren indem sie ihre kinder nicht zwingen das auszuhalten wenn oma ihnen zur begrüßung ein küsschen auf die wange geben wolen, oder es sollte bereits beginnen das man einer schwangeren nicht ungefragt auf den schwangerschaftsbauch fasst und später ungefragt in den kinderwagen das baby anfasst weil das ja s niedlich ist usw. usf. es ist immer wieder erschreckend wie wenig menschen das begreifen das es da schon anfängt.

        schon mal drübernachgedacht so gewchichten zu sammeln und zu veröffentlichen in gebundener form? mit den bildern dazu sicher eine sehr coole sache. geht ja auch unter pseudonym.

        Gefällt 3 Personen

  1. Hej, ich liebe die Geschichte! Und das nicht nur, weil ich dieses: „Nur ein *lautes* Nein zählt.“ auch extrem schädlich find und öfters wie ein kleines 🐱 unterwegs bin. 😉

    Man merkt, wie viel Mühe und Herz in den Text gegangen sind, deswegen 😺🌞🌸💖dafür.

    Gute Nacht und bis ganz bald! VVN

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich finde die Geschichte auch genial und es ist wichtig für jedes Kind, zu lernen, dass ein leises Nein genauso zählt. Ich mag das Konzept und finde es perfekt umgesetzt. Besonders auch, dass Kinder sich gegenseitig bestärken sollen.
    Jetzt freue ich mich auf eure Illustrationen. Liebe Grüße, Barbara

    Gefällt 2 Personen

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